01Jun2018

Kompakt, komplex - kein Problem für Nordia!

Unternehmen

Geschrieben von: Sven Ulrich

Nordia produziert Gehäuse der Serie combi line für Eschweiler aus Kiel, einer der weltweit führenden Entwickler in der Blutgasanalyse

 
Das Gehäuse muss den hoch angesetzten hygienischen Standards der Medizintechnik genügen

400 x 330 x 430 Millimeter, größer ist die combi line nicht. Doch darin liegt die Krux: So kompakt dieses Blutgasanalysegerät ist, so komplex ist es auch. Nicht nur die Software muss höchste medizinische
Anforderungen erfüllen, auch müssen Hardware und Gehäuse den hoch angesetzten hygienischen Standards der Medizintechnik genügen. In enger Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiet der Blutgas- und Elektrolytanalyse wird im Hause Eschweiler in Kiel kontinuierliche Entwicklungsarbeit geleistet. Geräte der Serie combi line messen Notfallparameter wie Sauerstoff-, CO2-Gehalt oder pH-Wert des Blutes und liefern Ergebnisse, die entscheidend für die medizinische Diagnosestellung und Behandlung sind.

Der Kunde wollte eine Komplettlösung - und bekam diese auch

Sören Scholand, Leiter der Produktion und des Einkaufs bei Eschweiler, erteilte Nordia 2013 den Auftrag für die Produktion der Gehäuse. »Wir kannten uns schon vorher«, sagt Sven Ulrich, Geschäftsführer des Meldorfer Unternehmens. »Kleinere Teile hatten wir schon für Eschweiler in Kiel gefertigt.« Doch dabei sollte es nun nicht mehr bleiben, Eschweiler wollte eine Komplettlösung – und bekam diese auch. Nordias Vorteil: die mögliche Produktion auch kleinerer Stückzahlen, schnell und flexibel zu attraktiven Preisen!

Die Herausforderung: Das Gehäuse muss absolut dicht sein

»Die Sensoren müssen alle 90 Minuten kalibriert und nach jedem Messvorgang gereinigt werden, da darf natürlich kein Tropfen reinlaufen«, erläutert Sören Scholand. Auch die kleine Flaschenbox, in der Lösungen aufbewahrt werden, und die Vertiefungen zum Greifen des Geräts mussten quasi undurchdringlich gefertigt werden. »Schweißen konnten wir nicht, dafür ist das Material zu dünn. Silikon ist nicht hitzebeständig, also haben wir uns gemeinsam für ein Flüssigmetall entschieden«, beschreibt Ulrich einen Faktor, der anfangs für Stirnrunzeln sorgte. Mit diesem Material haben wir jedoch eine Lösung gefunden, die uns alle zufriedengestellt hat.«

Auch Sonderwünsche finden Berücksichtigung

Doch damit nicht genug der Herausforderungen. »Einige unserer Kunden möchten die combi line nicht im klassischen Grau, sondern im schicken Schwarz«, erzählt Scholand. »Und natürlich sollten auch hierfür die Kosten im Rahmen bleiben.« Der Gerätekorpus wurde also pulverbeschichtet. In weiten Teilen kein Problem: Der Pulverlack wurde aufgetragen, blieb elektrostatisch haften und wurde dann eingebrannt. Allerdings: Vorne am Frontdeckel gibt es eine kleine Nase. »Die ist aus Kunststoff «, sagt Scholand. »Da haftet nichts elektrostatisch.« Trotzdem kann sie ja nicht grau bleiben, also wird die Nase nun nasslackiert. Ulrich: »Wir haben eine Lösung gefunden, die der Pulverbeschichtung optisch sehr nahe kommt.«

Seit fünf Jahren dauert diese Zusammenarbeit nun an, über 600 combi line hat Nordia für Eschweiler produziert.