01Sep2012

Experten-Interview: "Der Trend geht zur Beschaffung kompletter Produktgruppen" NEU: 3D-Modell im PDF

Unternehmen

Geschrieben von: Sven Ulrich

NORDIA-Produkt für die Firma Brabender (öffnen Sie weiter unten das PDF für eine interaktive 3D-Ansicht)

Experten-Interview mit Brabender-Einkäufer Klaus Pauly:

Herr Pauly, wie stellen Sie sich als Einkäufer den idealen Lieferanten vor?

Pauly: Beim perfekten Lieferanten genieße ich immer größte Aufmerksamkeit, habe dort sozusagen meine eigene Lobby. Deshalb meide ich auch die ganz großen Anbieter, denn dann laufe ich Gefahr, dort immer wieder nach hinten geschoben zu werden. Im Idealfall müsste ich einfach nur „aufs Knöpfchen drücken“ und erhielte dann zum vereinbarten Termin die bestellte Ware in der vereinbarten Qualität.

Und – haben Sie diesen Fall in der Realität schon vorgefunden?

Pauly: Naja, in Bezug auf einzelne Bestellungen mit langjährigen Partnern schon. Aber im Laufe der Zeit schwächelt selbst der beste Lieferant mal. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich mit meinen Lieferanten recht zufrieden bin. Wobei ich einräumen muss, dass ich hier gerade von vier auf drei Firmen reduziere, denn trotz mehrerer Warnschüsse hat ein Mitspieler dauerhaft seine Probleme nicht in den Griff bekommen.

Was bedeutet es für Sie, wenn Lieferanten nicht liefern wir versprochen?

Pauly: Das kann schon recht frustrierend sein. Einmal pro Woche haben wir intern eine Sitzung mit der Arbeitsvorbereitung. Da gehen wir den Status von mehreren 100 Teilen durch. In meinem Bereich bin ich leider auch jede Woche mit 10 bis 15 Teilen dabei, die fehlerhaft bzw. im Rückstand sind. Besonders, wenn man dann keine plausiblen Informationen vom Lieferanten hat, gerät man in Erklärungsnot gegenüber den Kollegen.

Bessere Kommunikation bringt das fehlende Teil aber doch auch nicht herbei...

Pauly: Das ist richtig. Aber wenn man es rechtzeitig weiß, kann man sich besser darauf einstellen – ebenso, wenn man sicher weiß, wann das benötigte Teil kommt. Mir ist deshalb die Offenheit des Lieferanten enorm wichtig. Lieber ist mir, dass er mir frühzeitig selbst mitteilt, dass etwas nicht klappt, als dass ich es zu spät und nur auf Nachfrage erfahre.

Sollte das nicht selbstverständlich sein?

Pauly: Sie glauben nicht, was man in 15 Jahren alles erlebt. Selbstverständlich ist das jedenfalls nicht. Deshalb lege ich ja so großen Wert darauf, dass ein persönlicher Kontakt zu den Lieferanten besteht, dass man sich versteht und dass man offen spricht. Nur so kann ich das Vertrauen gewinnen, das nötig ist, um einer Firma unsere Aufträge anzuvertrauen.

Inwieweit erfüllt denn die NORDIA Ihre Anforderungen?

Der Trend geht dahin, weniger Einzelteile, sondern stattdessen ganze Produktgruppen fertig liefern zu lassen. Dadurch, dass die Kompetenzen in dieser Baugruppe nicht mehr verteilt sind, lassen sich viele Fehler vermeiden. Da kann keiner mehr dem anderen die Schuld zuschieben. Das Risiko, noch stärker von einem Lieferanten abhängig zu sein, ist dabei allerdings umso größer. Das würde ich nicht mit jedem Lieferanten machen. Von meinen bisher vier Zulieferern ist die NORDIA einer von zweien, mit denen ich diesen Schritt gehen würde. Will sagen: Die NORDIA ist für mich ein Top-Lieferant.